Kurz erklärt
Kundenakquise (auch Akquise oder Neukundengewinnung) ist die planmäßige Gewinnung neuer Kunden und Aufträge. Im Maklergeschäft meint sie alle Wege, über die ein Büro neue Verkaufsmandate, Suchkunden und Finanzierungsanfragen erhält.
Inhalt dieser Seite · 7 Abschnitte
- Was ist Kundenakquise?
- Welche Wege der Kundenakquise gibt es? Die Akquise-Landkarte
- Welche Phasen hat der Akquiseprozess?
- Was ist bei der Kundenakquise rechtlich erlaubt?
- Was kostet Kundenakquise, und wie misst man sie?
- Was unterscheidet Kundenakquise von Kundenbindung, Objektakquise und Kaltakquise?
- Fragen zu „Kundenakquise“
Was ist Kundenakquise?
Kundenakquise ist die systematische Gewinnung neuer Kunden und Kundenaufträge. Das Wort stammt vom lateinischen acquirere, „hinzuerwerben“. Im Alltag stehen Akquise, Kundengewinnung und Neukundengewinnung für dasselbe; Kundenakquise betont den aktiven, planvollen Teil. Zusammen mit der Kundenbindung bestehender Kunden gehört sie nach der gängigen Lehre zu den Hauptaufgaben des Marketings und Vertriebs.
Im Immobilienbereich gibt es zwei Zielgruppen mit eigenen Wegen. Die Objektakquise gewinnt Verkaufs- und Vermietungsmandate von Eigentümern; die Käufer- und Mieterakquise gewinnt Suchkunden. Für Baufinanzierer ist die Kundenakquise die Gewinnung von Darlehensinteressenten. Diese Seite behandelt den Oberbegriff; die Details zu Eigentümern stehen unter Objektakquise.
Welche Wege der Kundenakquise gibt es? Die Akquise-Landkarte
Jeder Akquiseweg lässt sich danach ordnen, wer den ersten Schritt macht und welche rechtlichen Regeln für die Ansprache gelten. Die Akquise-Landkarte fasst die gängigen Wege für Makler zusammen. Sie ist ein Ordnungsraster der Redaktion; die Rechtsangaben sind eine Orientierung und ersetzen keine Prüfung im Einzelfall.
| Weg | Wer geht zuerst auf wen zu? | Rechtsrahmen der Ansprache | Typische Kennzahl |
|---|---|---|---|
| Empfehlungen und Netzwerk | Kunde empfiehlt, Interessent meldet sich | Kein Werbekontakt durch das Büro nötig | Empfehlungsquote |
| Eigene Website, Ratgeber, Local SEO | Interessent sucht und meldet sich | Tracking nur nach Einwilligung (§ 25 TDDDG); Formulardaten nach DSGVO | Anfragen je Besucher |
| Immobilienportale und Bewertungsrechner | Interessent fragt an | Einwilligung und Zweck der Anfrage prüfen | Kosten pro Anfrage |
| Gekaufte Leads | Interessent hat bei einem Dritten angefragt; Makler ruft zurück | Einwilligung muss den Makler und den Zweck abdecken | Cost per Lead, Kosten pro Auftrag |
| Briefwerbung, Flyer | Büro spricht an | Nicht von § 7 Abs. 2 Nr. 1 und 2 UWG erfasst; unzulässig bei erkennbarem Widerspruch (§ 7 Abs. 1 UWG) | Rücklaufquote |
| Telefon-Kaltakquise | Büro ruft an | Verbraucher: vorherige ausdrückliche Einwilligung (§ 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG) | Gesprächs- und Terminquote |
Welche Phasen hat der Akquiseprozess?
Der Akquiseprozess lässt sich in sechs Schritte gliedern, die für Eigentümer, Käufer und Darlehensinteressenten gleichermaßen gelten. Wer die Schritte benennt, kann messen, an welcher Stelle Interessenten verloren gehen:
- Zielgruppe bestimmen: Für wen arbeitet das Büro, in welcher Region, mit welchen Objektarten?
- Kanal wählen: Welcher Weg der Landkarte passt zu Zielgruppe, Budget und Rechtslage?
- Erstkontakt herstellen: Anfrage, Rückruf oder Gespräch; je schneller die Reaktion, desto größer die Chance.
- Gespräch führen: Bedarf klären, Vertrauen aufbauen, Vorgehen erklären.
- Auftrag gewinnen: Vertrag oder Mandat, bei Wohnimmobilien in Textform (§ 656a BGB).
- Betreuen und Empfehlung gewinnen: Zufriedene Kunden sind der günstigste Akquiseweg des nächsten Jahres.
Der Akquiseprozess in sechs Schritten
Von der Zielgruppe bis zur Empfehlung – an jedem Schritt lässt sich messen
- Schritt 1ZielgruppeRegion, Objektarten und Kundentyp festlegen
- Schritt 2KanalWeg der Akquise-Landkarte passend zu Budget und Rechtslage wählen
- Schritt 3ErstkontaktAnfrage, Rückruf oder Gespräch – möglichst schnell
- Schritt 4GesprächBedarf klären, Vertrauen aufbauen, Vorgehen erklären
- Schritt 5AuftragMandat oder Vertrag, bei Wohnimmobilien in Textform
- Schritt 6BetreuungZufriedene Kunden empfehlen weiter
Redaktionelle Empfehlung · Kennzahl je Schritt: Anfragen, Termine, Aufträge, Empfehlungen
Quelle: eigene redaktionelle Struktur, immobilien-leads-kaufen.de (Stand 28.10.2026)
Was ist bei der Kundenakquise rechtlich erlaubt?
Das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb unterscheidet nach Kanal und Empfänger. Bei Werbung mit einem Telefonanruf ist eine unzumutbare Belästigung stets anzunehmen, wenn gegenüber einem Verbraucher keine vorherige ausdrückliche Einwilligung vorliegt, gegenüber einem sonstigen Marktteilnehmer keine zumindest mutmaßliche (§ 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG). Werbung mit automatischen Anrufmaschinen, Fax oder elektronischer Post braucht eine vorherige ausdrückliche Einwilligung (§ 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG). Eine eng begrenzte Ausnahme für E-Mail-Werbung an Bestandskunden regelt § 7 Abs. 3 UWG; sie verlangt unter anderem eigene ähnliche Waren oder Dienstleistungen und einen Hinweis auf das Widerspruchsrecht.
Wer Verbraucher anruft, muss die Einwilligung zum Zeitpunkt der Erteilung in angemessener Form dokumentieren und fünf Jahre aufbewahren (§ 7a UWG). Verstöße gegen die Einwilligungspflicht bei Werbeanrufen sind eine Ordnungswidrigkeit (§ 20 UWG). Daneben gilt bei personenbezogenen Daten die DSGVO: Gegen Direktwerbung kann die betroffene Person jederzeit Widerspruch einlegen (Art. 21 Abs. 2 DSGVO). Dies ist keine Rechtsberatung; für die konkrete Ansprache sollten Sie einen Rechtsberater oder Datenschutzbeauftragten fragen.
Die Konsequenz für die Praxis: Je weniger ein Kanal auf Einwilligung angewiesen ist, desto leichter lässt er sich rechtssicher betreiben. Empfehlungen, eigene Inhalte und Bewertungsrechner mit sauberer Einwilligung stehen auf der sicheren Seite; die Kaltakquise am Telefon ist der Weg mit den strengsten Anforderungen.
Was kostet Kundenakquise, und wie misst man sie?
Akquise ist eine Investition, die sich erst nach Auftrag und Verkauf auszahlt. Maklerlohn entsteht nach § 652 BGB nur, wenn der Vertrag infolge des Nachweises oder der Vermittlung zustande kommt; bis zum Provisionseingang ist die Akquise vorfinanziert. Die Kennzahlen zeigen, ob sich ein Kanal rechnet: Cost per Lead (Kosten je Anfrage), Customer Acquisition Cost (Kosten je gewonnenem Kunden), Conversion Rate je Stufe und der Return on Investment des Kanals.
Beispiel mit Annahmen zur Veranschaulichung: Ein Büro gibt im Quartal 3.000 € für Online-Anzeigen, 1.000 € für Flyer und 4.000 € für gekaufte Eigentümer-Leads aus und gewinnt 6 Aufträge, davon 2 über Empfehlungen ohne Kosten. Die einfache CAC beträgt 8.000 € ÷ 6 ≈ 1.333 €. Je Kanal sieht das Bild anders aus: Bei den Leads kommen 2 Aufträge auf 4.000 €, also 2.000 € je Auftrag, bei den Flyern kein Auftrag. Erst die Aufteilung nach Kanal zeigt, wo das Budget wirkt.
Auch gekaufte Leads sind ein Akquiseweg. Die Betreiberin dieser Website verkauft selbst Leads; nach ihrer Angabe (Stand Oktober 2026) kosten gute Leads je nach Region und Filterkriterien zwischen 100 und 300 € je Lead. Das ist eine Betreiberangabe, keine Marktaussage. Wie viel ein Lead für Ihr Büro höchstens kosten darf, berechnet der Lead-Kosten-Rechner (/rechner/lead-kosten/) aus Ihren eigenen Quoten.
Was unterscheidet Kundenakquise von Kundenbindung, Objektakquise und Kaltakquise?
Kundenakquise gewinnt neue Kunden, Kundenbindung hält bestehende. Beide Aufgaben konkurrieren um dasselbe Budget und ergänzen sich: Zufriedene Bestandskunden liefern Empfehlungen, die günstigste Form der Akquise. Die Objektakquise ist die Kundenakquise des Maklers für Verkaufs- und Vermietungsmandate. Die Kaltakquise bezeichnet nur die Erstansprache ohne vorherige Geschäftsbeziehung, nach der Darstellung bei Wikipedia die Gegenform zur Warmakquise, bei der Bestandskunden erneut kontaktiert werden.
Der Unterschied zwischen Akquise und Marketing: Marketing schafft Aufmerksamkeit und Nachfrage, Akquise wandelt diese Nachfrage durch persönlichen Kontakt in Aufträge. Im Maklerbüro verschmelzen beide, weil ein Eigentümer zuerst eine Online-Bewertung nutzt und dann per Telefon beraten wird.
Fragen zu „Kundenakquise“
Was bedeutet Kundenakquise?
Kundenakquise ist die planmäßige Gewinnung neuer Kunden und Aufträge. Das Wort kommt vom lateinischen acquirere (hinzuerwerben). Im Maklergeschäft meint es die Gewinnung von Verkaufsmandaten, Suchkunden und Finanzierungsanfragen.
Wie geht Kundenakquise?
In sechs Schritten: Zielgruppe bestimmen, Kanal wählen, Erstkontakt herstellen, Gespräch führen, Auftrag gewinnen und Kunden betreuen. Welcher Kanal passt, entscheiden Zielgruppe, Budget und Rechtslage; die Akquise-Landkarte auf dieser Seite hilft bei der Auswahl.
Was bedeutet Kaltakquise?
Kaltakquise ist die Erstansprache eines möglichen Kunden, zu dem bisher keine Geschäftsbeziehung besteht, häufig am Telefon. Gegenüber Verbrauchern ist Telefonwerbung ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung unzulässig (§ 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG). Details finden Sie im Glossareintrag Kaltakquise.
Darf ein Makler Eigentümer ohne Einwilligung anrufen?
Gegenüber Verbrauchern verlangt § 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG eine vorherige ausdrückliche Einwilligung in Werbeanrufe. Ein Anruf, der nur eine ausdrücklich gewünschte Anfrage beantwortet, ist von Werbung zu unterscheiden; die Abgrenzung hängt vom Einzelfall ab. Dies ist keine Rechtsberatung.
Welcher Akquiseweg ist für Makler der günstigste?
Empfehlungen verursachen meist die geringsten direkten Kosten, sind aber schwer steuerbar. Welcher Weg sich rechnet, zeigt erst die Auswertung je Kanal mit Kosten pro Auftrag und Zeit bis zum Provisionseingang; allgemeingültige Rangfolgen lassen sich ohne Daten des eigenen Büros nicht belegen.